Talente gibt es nicht nur in den Bergen

von Marianna - Antworten

Vor ein paar Tagen hatte ich eine Unterhaltung mit mehreren Vertretern von verschiedenen Vereinen aus der südlichen Steiermark. Eine Gegend, in der es zwar Skigebiete gibt, die aber für die meisten wenigstens eine Anreise von einer Stunde bedeutet und in der letzten Zeit immer von schneearmen Wintern geplagt wurde. “Wir haben ja keine Chance gegen die großen Skigebiete. Gegen die oben kommen wir ja nicht an”, (gemeint sind die Obersteirer mit ihren schönen großen Skigebieten). Eine Haltung, die absolut keine Berechtigung hat. Natürlich ist es in den flachen Gegenden schwieriger zum Skifahren zu kommen, keine Berge und meist auch kein Schnee sind schon große Hindernisse, aber zu sagen, man kann nicht Skifahren nur, weil es keine Berge gibt, stimmt nun mal so nicht. Die Talente gibt es überall, nur gibt es logischerweise in den Bergregionen mehr Talente, die entdeckt werden.

Eine frühe Entscheidung macht die Wichtigkeit klar

Ich habe sogar die Erfahrung gemacht, dass Talente, die aus keiner typischen Skifahrer-Gegend kommen, mit mehr Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und Ausdauer an die Sache rangehen als die, die aus den großen Skiregionen kommen. Für die meisten ‘Flachlandler’ heißt es schon wesentlich früher sich zu entscheiden. Meist führt ein Weg an einer Skihaupt- oder spätestens Skihandelsschule nicht vorbei, um an das notwendige Training zu kommen. Die Entscheidung fällt also meistens schon zwischen 10 und 14 Jahren und der getroffenen Entscheidung wird solange nachgegangen, solange es möglich ist. Wenn man ohnehin am Hang zu Hause ist und es zum nächsten Rennen gerade einmal ein Katzensprung ist, übersieht man nur zu leicht den richtigen Zeitpunkt für einen professionellen Einstieg, oder es geht alles so schön nebenher, dass es plötzlich auch nicht mehr geht.

Man kann auch in der Ebene viel machen

Durch eine Haltung der Erwachsenen, wie “gegen die haben wir ja keine Chance. Die haben viel mehr und bessere Möglichkeiten”, und “wir können froh sein, dass wir dort überhaupt mitfahren dürfen”, werden die jungen Talente von vorn herein runtergemacht und verunsichert. Ein junger Sportler, der nur solche Einstellungen kennt, tut sich von Anfang an schwerer, sich gegen die “ach so gute Konkurrenz” durchzusetzen, befreit und aggressiv Rennen zu fahren und auch zu gewinnen. Die verantwortlichen Funktionäre und Trainer und auch vor allem die Eltern sollten sich daher gut überlegen, wie weit sie gewillt sind, ihrem Kind das Skifahren näher zu bringen und dann alle möglichen Schritte in diese Richtung einleiten, anstatt sich an einer Ausrede abzuputzen.

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