Mit 100 den Berg runter
Gestern habe ich eine Mail von einem Fan erhalten, der mich fragt, wie man sich so fühlt, wenn man mit 100 den Berg runter fährt und was ich jetzt mache. Ich möchte gerne Stellung dazu nehmen, und zwar, so, dass ihr es alle erfahrt.
Liebe zum Tofanaschuss:
Mit 100 den Berg runter ist einfach ein großartiges Gefühl. Jedes Jahr habe ich mich besonders auf die Abfahrt in Cortina d’Ampezzo gefreut. Dort gibt es bekanntlich ja den Tofanaschuss und der ist eines der schnellsten Stücke im ganzen Skiweltcup. Es war immer ein tolles Gefühl, mit der Abfahrtsposition in den Hang einzubiegen und dann gerade runter immer schneller werdend dann in das Flachstück rauszupfeifen. Es ist einfach das, was man als Skirennläufer liebt – Geschwindigkeit pur.
Was ich jetzt mache, möchte ich auch ganz gerne beantworten. Eigentlich mache ich jetzt Webdesign. Eigentlich deshalb, weil ich den ganzen Winter nicht dazu gekommen bin, da ich immer unterwegs war. Ich arbeite mit der Firma XnX zusammen die unter anderem auch Ski2b.com macht. Da war ich bei einigen Rennen dabei und habe Internetberichterstattung gemacht. Das war zwar teilweis sehr stressig, es hat aber vor allem viel Spaß gemacht. Ich war bei meinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen dabei und konnte das ganze Renngeschehen aus der anderen Perspektive kennenlernen. Die Ergebnisse dieser Einsätze konntet ihr auch auf meiner Homepage verfolgen. Außerdem war ich mit dem deutschen Fernsehen unterwegs und habe Videoanalysen gemacht. Keine Angst, ich bin nicht vor der Kamera gestanden und habe großartig erklärt wer was falsch macht, ich habe nur das Bild dazu geliefert. Diese Arbeit hat mir auch sehr viel Spaß gemacht, obwohl es ziemlich nervenstrapazierend war, denn die Arbeit beim Fernsehen ist teilweise ziemlich anstrengend.
Ich hoffe ich habe die Fragen beantwortet. Falls ihr noch weitere Fragen an mich habt, nur zu, ich werde versuchen euch immer ausführlich über alles zu informieren und habe auch viel Spaß daran.
Liebe Grüße
Eure Marianna
Die schnellsten Ski von SchiLenz
SchiLenz? Fast jeder im Skizirkus kennt diesen Namen. Wenn man Glück hat, trifft man bei ihm Stars wie Daron Rahlves, Bode Miller oder Alain Baxtor. Was macht er? Wer ist dieser Mann, bei dem im Sportgeschäft Stars und vor allem deren Serviceleute ein und aus gehen, als wären sie dort zu Hause?
Ich habe bei diesem ominösen SchiLenz, der mit richtigen Namen Reiter Lorenz heißt, in Schladming-Rohrmoos vorbeigeschaut und ist dabei gleich zwei kanadischen Serviceleuten begegnet.
MRS: Es stimmt also, dass sich bei Ihnen viele Nationen aus dem Skiweltcup antreffen lassen?
SchiLenz: Ja, es kommen sehr viele Nationen zu mir. Allen vorweg in den letzten Jahren die Jungs aus den USA, aber auch Kanada, Russland, Polen aber es kommen auch viele einzelne Läufer aus anderen Nationen noch, denen es aber lieber ist, wenn es niemand weiß.
MRS: Sind sie so geheim?
SchiLenz: Nein, geheim eigentlich nicht, nur ist es so, dass manche Läufer es nicht verraten wollen, dass sie ihre Skier bei mir machen lassen!
MRS: Was machen sie denn mit den Skiern der Rennläufer, warum kommen sie denn bei Ihnen vorbei?
SchiLenz: Ich “schleife” ihre Ski. Jeder Ski hat einen Belag, der wiederum eine Struktur hat. Ich mache diese Struktur.
MRS: Was bewirkt denn diese Struktur?
SchiLenz: Diese Struktur ist dafür ausschlaggebend, dass der Ski schnell ist. Das Wachs, das der Servicemann vor dem Rennen noch auf den Ski gibt ist nur mehr minimal ausschlaggebend. Vor allem hat der Servicemann mehrere Skier dabei, die – wenn möglich – verschiedene Strukturen haben.
MRS: Wo ist den der Unterschied bei den Strukturen?
SchiLenz: Die können eine verschiedene Form haben, z. B. vorne feiner und nach hinten hin immer gröber werdend, oder innen feiner und außen gröber. Es kann aber auch sein, dass nur die Tiefe der Struktur unterschiedlich ist.
MRS: Wie machen sie diese Struktur in den Ski?
SchiLenz: Ich habe eine der modernsten Maschinen dafür, die es auf dem Markt gibt.
MRS: Warum kommen alle zu Ihnen, sind sie der Einzige der so was macht?
SchiLenz: Nein, es können die Skifirmen selber verschiedene Strukturen machen. Auch gibt es andere Sportgeschäft, die das machen. Ich habe und hatte aber in den letzten Jahren immer sehr schnelle Skier und so was spricht sich einfach rum. Ich nehme mir für einen Ski wenn es sein muss zwei Stunden Zeit, auf jeden Fall so lange, bis ich zufrieden bin.
MRS: Wann sind sie das?
SchiLenz: Das kann man so nicht sagen, das entscheide ich eigentlich nach meinem Gefühl.
MRS: Ich bedanke mich für die so ausführlichen Antworten und wünsche Ihnen noch viele schnelle Skier.
SchiLenz: Danke ebenfalls und falls es sie interessiert kommen sie doch mit ihren eigenen Skiern vorbei, denn eine gute Struktur ist nicht nur für einen Rennläufer gut, sondern für jeden Skifahrer.
Schladming freut sich auf ein super Rennen
Gestern hatte es den ganzen Tag geregnet, erst kurz vor der Startnummernverlosung war es mit dem Niederschlag vorbei. Bei der Auslosung war dann schon gestern der ganze Platz mit Leuten gefüllt und es war eine tolle Stimmung. Die Weltcupmeile war schon aufgebaut und die Fans begannen schon zu feiern.
Heute zeigt sich Schladming von seiner besten Seite. Strahlender Sonnenschein lockt die Fans in Massen an. Schon jetzt säumen die Fans die Piste entlang der Rennstrecke und im Zentrum von Schladming wärmen sich die Zuschauer mit Würstel und Glühwein.
In den Schnee des steilen Zielhanges wurden mit den Pistengeräten Stufen eingearbeitet, damit die Fans besser entlang der Rennstrecke stehen und mitfeiern können. Das Zielstadion war schon im vergangnem Jahr am Rande der Belastbarkeit, daher hatte man heuer im Sommer dieses umgebaut. Außerdem wurde die Anzahl der verkaufbaren Karten beschränkt – Schladming ist ausverkauft, es gibt keine Karten mehr zu kaufen.
Die Rennläufer können sich auf ein Spektakel der Superlative freuen, wie Markus Eberle heute im Chat sagte: Schladming ist das beste Slalomrennen im Jahr.
Interview mit Alois Vogl
MRS: Beim letzten Slalom in Wengen hattest du einen super ersten Lauf, im zweiten bist du dann leider ausgefallen. Was ist bei dir größer, die Enttäuschung über den Ausfall oder die Freude über den ersten Lauf?
Alois Vogl: Natürlich war ich erst mal enttäuscht, aber es zeigt, dass ich gut drauf bin und mit etwas Glück wäre es ganz anders gelaufen.
MRS: Hast du vor Wengen etwas an deiner Technik oder an deinem Material geändert oder ist dir einfach einmal ein Lauf aufgegangen?
Alois: Ich habe seit der Vorbereitung in den USA nichts mehr geändert, davor hatte ich größere Probleme. Ich war im Training schon immer sehr schnell und hatte nur Probleme das einmal im Rennen zu zeigen. Ich war das ganze vorige Jahr verletzt und habe daher schlechtere FIS-Punkte und daher eine hohe Startnummer, da ist es immer sehr schwer eine gute Leistung zu bringen.
MRS: Glaubst du auch heute wieder eine so gute Leistung bringen zu können?
Alois: Es kommt auf die Verhältnisse an, wenn eine gute Piste ist, bin ich mir sicher wieder eine gute Leistung bringen zu können.
MRS: Kitzbühel, Schladming – magst du diese Rennorte?
Alois: Ja ich mag beide sehr. Ich fahre gerne auf schweren Hängen und das sind diese. Es war schon immer meine Stärke auf schwierigen Pisten schnell zu sein. Außerdem war ich in Kitzbühel schon einmal elfter und in Schladming sechster und zehnter.
MRS: Du bist kurz vor Weihnachten Vater geworden, hat sich dadurch etwas an deiner Einstellung geändert?
Alois: Nein grundsätzlich nicht. Es ist allerdings so, dass ich schon die ganze Saison versuche alles etwas lockerer zu nehmen. In Wengen habe ich im zweiten Lauf eingefädelt, dass ist mir in der ganzen Vorbereitung nie passiert, ich dachte mir dann was soll’s das Leben geht weiter. Ich habe nach wie vor sehr viel Spaß am Skirennsport und deshalb mache ich es.
MRS: Vielen Dank für das Interview.
Alois: Danke ebenfalls!
Das Interview habe ich im Auftrag von ski2b geführt.
Interview Kristian Ghedina
MRS: Kristian, wie bist du bislang mit deiner Saison zufrieden?
Kristian Ghedina: Ich bin mit meinen Ergebnissen in der bisherigen Saison überhaupt nicht zufrieden. Das muss ich mir einfach eingestehen. Ich habe hart trainiert, befinde mich in guter Verfassung und bin ausgesprochen motiviert und heiss auf die Rennen. Aber abgesehen von Gröden ist bislang nicht viel positives herausgekommen.
MRS: Eine offene Einschätzung. Was dürfen deine zahlreichen Fans denn heute von Dir auf der Streif erwarten?
Kristian: Vollen Angriff und totale Offensive. Ich will hier gut abschneiden. Das Adrenalin geht hoch. Ein Platz auf dem Stockerl muss heute her.
MRS: Welche Chancen siehst du für die beiden Super-G-Rennen in der kommenden Woche in Garmisch?
Kristian: Da freue ich mich schon richtig drauf. Im Gegensatz zur Streifalm gestern liegt mir die Strecke in Garmisch. Da sollte man ein Auge auf Ghedina werfen. Ich habe für nächste Woche ein gutes Gefühl.
MRS: Die Olympischen Spiele stehen bald an. Wie siehst du dort deine Rolle?
Ghedina: Da halte ich mich etwas bedeckt. Ich kenne die Piste dort praktisch nicht. Daher kann ich nicht sagen, ob sie mir und meiner Fahrweise entgegenkommt. Aber zunächst muss es im Weltcup ordentlich klappen. Olympia steht noch nicht auf der Tagesordnung.
MRS: Danke für das Gespräch und viel Erfolg im Rennen.
Kristian: Ich danke auch.
Das Interview habe ich im Auftrag von ski2b geführt.
Kitz Charity Trophy
Wie schon im letzten Jahr fand in Kitzbühel auch 2002 wieder die ‘Kitz Charity Trohpy’ statt. Prominente aus Politik, Wirtschaft und Sport waren dazu eingeladen. Im letzen Jahr wurde eine Summe von über 72.600 EUR für in Not geratene Bergbauernfamilien in Nord-, Ost- und Südtirol eingeworben. Eine hohe Spenden-Messlatte für die diesjährige Veranstaltung.
Prominz im Dienst der guten Sache:
Gerhard Berger war der Organisator, Bernie Ecclestone der Rennkoordinator und Niki Lauda der Zeitnehmungschef. Unter den begeisterten Zuschauern, die zuvor den Skistars auf der Streif zugejubelt hatten, war auch die Vize-Kanzlerin Österreichs, Susanne Ries-Passer. Viele Promis unterstützten die Teams aus der Wirtschaft. Mobilkom, Jet2Web, Audi, Boss und SAP hatten Mannschaften gestellt. Patrick Ortlieb, Karl Schranz, Franz Heinzer aber auch der Präsident des Österreichischen Skiverbandes, Peter Schröcksnadel, stürmten durch den Riesentorlauf, der im Zielhang des Hahnenkamms gesteckt worden war. Gefahren wurde in Dreierteams.
Vorjahres-Ergebnis wurde übertroffen:
Für die Beteiligten war die Trophy in erster Linie eine riesige Gaudi. Erstaunlich, dass dabei recht ansprechende sportliche Leistungen geboten wurden. Einige Promis bewegten sich geradezu elegant im Stangenwald. Als Vorläufer wurden zudem drei querschnittgelähmte Monoski-Fahrer eingesetzt. Vor allem galt es aber das Ziel zu erreichen, wieder viel Geld zusammenzubringen. Dieses Vorhaben gelang. Gerhard Berger kann stolz sein, denn das Ergebnis des Vorjahres wurde übertroffen.


